Die Auswahl des richtigen Zentralschmiersystems (ZSA) ist eine der kritischsten Wartungsentscheidungen, die ein technischer Leiter treffen kann. Das falsche System kann zu verstopften Leitungen, unterversorgten Lagern und katastrophalen Maschinenausfällen führen. Aber wie entscheiden Sie sich zwischen den drei Hauptarchitekturen in der Branche: Einleitung, Progressiv und Zweileitung?
In diesem Leitfaden erläutern wir die Funktionsweise, die Vorteile und die idealen Anwendungen für jeden Systemtyp, basierend auf jahrzehntelangen Felddaten von LUBERRs Ingenieurexperten.
1. Einleitungssysteme (Parallelbetrieb)
Ein Einleitungssystem arbeitet mit einem Parallelkreis. Eine zentrale Pumpe setzt eine einzige Hauptversorgungsleitung unter Druck. An diese Hauptleitung sind einzelne Injektoren angeschlossen (wie der LUBERR SVM 44 oder SVM 32). Wenn die Leitung einen bestimmten Druck erreicht, geben die Injektoren eine vorher festgelegte, präzise Schmierstoffmenge direkt in das Lager ab.
Hauptvorteile:
- Unabhängige Punkte: Da es sich um ein paralleles System handelt, wirkt sich eine Blockierung oder ein Ausfall eines Injektors nicht auf den Rest des Systems aus. Die anderen Lager werden weiterhin mit Fett versorgt.
- Einfach zu erweitern: Das Hinzufügen oder Entfernen einer Schmierstelle ist unglaublich einfach. Man greift einfach auf die Hauptleitung zu, ohne den gesamten Block neu konstruieren zu müssen.
- Einstellbarkeit: Die meisten Einleitungsinjektoren verfügen über eine externe Stellschraube, um die Ausgabemenge pro Punkt manuell anzupassen.
Ideale Anwendungen:
Einleitungssysteme eignen sich perfekt für kleine bis mittlere Maschinen, bei denen die Punkte relativ nahe beieinander liegen. Sie sind in Verpackungsmaschinen, Textilmaschinen, CNC-Werkzeugen und der Leichtindustrie weit verbreitet.
2. Progressivsysteme (Reihenbetrieb)
Progressivsysteme sind wohl die beliebteste Einrichtung für mobile Geräte. Bei dieser Architektur wird Schmierstoff durch eine Reihe von internen Kolben innerhalb eines Progressivverteilerblocks (wie dem LUBERR SVM 21D oder SVM 23L) gepresst. Die Kolben bewegen sich sequenziell – Kolben #2 kann sich erst bewegen, wenn Kolben #1 seinen Hub beendet hat.
Hauptvorteile:
- Garantierte Lieferung: Aufgrund des sequenziellen Designs ist es physikalisch unmöglich, dass das System einen Punkt überspringt. Wenn Fett in den Block eindringt, muss es den Block der Reihe nach verlassen.
- Einfache Überwachung: Da eine Blockierung an einem beliebigen Punkt den gesamten Progressivblock anhält, ist dies sehr einfach zu überwachen. Ein einziger Näherungsschalter am Hauptblock kann einen Alarm an die SPS auslösen, wenn das System stoppt.
- Umgang mit hohem Druck: Sie können steifere Fette und höhere Gegendrücke aus engen Lagern bewältigen.
Ideale Anwendungen:
Da sie sicherstellen, dass kein Punkt übersehen wird, und sehr tolerant gegenüber Vibrationen sind, sind Progressivsysteme der Goldstandard für Baumaschinen (Bagger, Lader), Bergbauausrüstung und Windkraftanlagen-Pitch-Lager.
3. Zweileitungssysteme (Schwerlastbetrieb)
Wenn Sie es mit riesigen Industrieanlagen zu tun haben, in denen Fett Hunderte von Metern zurücklegen muss, können Einleitungs- und Progressivsysteme die Druckabfälle einfach nicht bewältigen. Hier glänzen Zweileitungssysteme.
Ein Zweileitungssystem verwendet zwei Hauptversorgungsleitungen und ein Umsteuerventil. Die Pumpe setzt Leitung 1 unter Druck, wodurch ein Kolben innerhalb des Zweileitungsverteilerblocks (wie beim SVM 65B) in eine Richtung gedrückt wird und Fett abgibt. Das Umsteuerventil entlüftet dann Leitung 1 und setzt Leitung 2 unter Druck, wodurch der Kolben zurückgedrückt wird und erneut Fett abgibt.
Hauptvorteile:
- Extreme Distanzen: In der Lage, schwere NLGI 2-Fette über Entfernungen von mehr als 100 Metern zu pumpen.
- Massive Skalierbarkeit: Eine einzige Pumpstation (wie der Schwerlast-Duoluberr) kann Tausende von Punkten in einem einzigen Kreislauf schmieren.
- Visuelle Bestätigung: Indikatorstifte auf den Zweileitungsblöcken bieten eine sofortige visuelle Bestätigung, dass der Block erfolgreich getaktet hat.
Ideale Anwendungen:
Die Schwerindustrie verlässt sich ausschließlich auf Zweileitungssysteme. Stahlwerke, Zementwerke, Zuckerfabriken und riesige Schürfbagger im Bergbau sind die Hauptanwendungsbereiche für diese Technologie.
Zusammenfassung: Die richtige Wahl treffen
Letztendlich bestimmt Ihre Wahl die Zuverlässigkeit Ihrer Anlage. Wählen Sie Einleitung für flexible, leichte Anwendungen. Wählen Sie Progressiv, wenn Sie absolute Gewissheit benötigen, dass jeder Punkt an mobilen oder vibrierenden Geräten geschmiert wird. Wählen Sie Zweileitung bei großen Entfernungen und extremen industriellen Umgebungen.
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